Hierarchie des Geistes über die Materie

By Louise

Startseite Foren KubyStudium Semester 1 Modul 05: Das universale Gesetz von Ursache und Wirkung Hierarchie des Geistes über die Materie

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  • #2307
    LouiseLouise
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    Hallo zusammen,
    wie geht es Euch mit dem Begriff Hierarchie? Also, ich habe da einen erheblichen Widerstand, und ich bin nicht sicher, ob ich den wegdenken kann. Mir klingt Hierarchie nach Unterdrückung, nach dem patriarchalischen Prinzip: das männliche Prinzip steht über dem weiblichen Prinzip. Die Frau wurde aus der Rippe des Mannes geschaffen. Der Verstand beherrscht den Körper. Der Mensch beherrscht die Erde. Der Überlegene beherrscht den Unterlegenen usw. Scheint, dass ich da noch was aufzulösen habe…

    Aber selbst wenn ich meinen eigenen Konflikt mit Hierarchien auflösen könnte, wäre ich nicht sicher, ob ich dieses Prinzip wirklich gutheißen kann. Geist über Materie würde doch heißen: ich bin Gott, alles, was ich denke, wird wahr. Und alles hat sich meinem Willen zu unterwerfen, selbst die Erde.

    Mir fehlt in diesem Weltbild die Demut vor der Schöpfung und vor Gott.

    Und selbst wenn in bester Absicht gehandelt wird: nach meiner Erfahrung reicht die Absicht nicht. Diese legt den Keim, aber ob der dann wächst und gedeiht, hängt nicht nur von mir und meiner Absicht ab.

    Ich wollte zB. mal für einen Halbmarathon trainieren und hatte eine starke Absicht. Und dann habe ich mich schwer an der Hand verletzt und konnte monatelang nicht trainieren, und als ich wieder damit anfing, bekam ich nach einigen Monaten so starke Fußschmerzen, dass ich nicht mehr weiterlaufen konnte. Übrigens sind das zwei Probleme, die ich bis heute nicht gelöst habe. Ich habe damals den Schluss gezogen, dass an meiner Absicht etwas nicht gut war, dass mein Körper keinen Halbmarathon laufen will, und dass der Schöpfer etwas anderes mit mir vor hat. Ich halte es für Hybris, mich über meinen Körper hinwegsetzen zu wollen und damit das weibliche Prinzip (dafür steht der Körper für mich unter anderem) völlig zu unterdrücken.

    Habe ich jetzt einen Knoten in meinem Bewusstsein, oder wie seht Ihr das?

    #2315
    Kerstin P.Kerstin P.
    Teilnehmer

    Hallo, Louise,

    ich verstehe gut, was du meinst. Die Hierarchie-Skepsis ist, glaube ich, in uns allen tief verankert. Zu Recht. Weil Herrschaftsverhältnisse im menschlichen Zusammenleben seit Jahrtausenden zu Machtausübung und Unterdrückung und Vorstellungen von Höher- und Minderwertigem führen. Bis heute. Das möchte niemand. Auch wenn wir uns bisher als Menschen schwer tun, Gemeinschaften zu bilden ohne diese Prinzipien. Bislang ist es noch so: Besser transparente und bewusste Hierarchie als scheinbar keine. Dann bilden sich nur verdeckte Strukturen aus, und die sind schlimmer.

    Mit der Hierarchie des Geistes über den Körper stelle ich mir das etwas anders vor. So ähnlich wie ein Gedicht enzsteht. Darin stecken viele komplexe, vernetzte Gedanken, Gefühle und Impulse. Aus diesem großen Teich schöpft man, verdichtet das Geschöpfte in einem zirkulären Prozess immer mehr und fasst das in Worte,bis es irgendwann eine eigene Gestalt, einen eigenen Ausdruck hat, der so noch nie da war. Das Geistige ist dann vor- oder übergeordnet, das Bewusstsein Teil des Prozesse. Ohne das würde kein Gedicht entstehen.
    Ob die Absicht immer reicht, frage ich mich allerdings auch. Mit der Absicht richte ich Bewusstseins-Licht auf einen bestimmten Ausschnitt und ermöhgliche damit einen Bewusstseinsprozess. Die Absicht ist notwendig, es braucht dazu dann einen stetigen Prozess des Dranbleibens und der Arbeit mit dem Bewusstsein.

    Komplizierterweise haben wir neben dem Bewusstsein ja auch noch das Unterbewusstsein, das unsere bewussten Absichten manchmal durchkreuzt, und „selbstständig“ Ereignisse schafft (sich verdichten lässt), die wir gar nicht wollen. Insofern wäre es erst einmal wichtig, dort Licht hinein zu bringen, das Bewusstsein zu erweitern, und dann stimmigere Absichten zu setzen. Was wir ja mit der Kubymethode im Prinzip verfolgen.

    Würde das evtl. passen zu deiner Situation mit dem Halbmarathon? Du hast es als Entscheidung des Schöpfers angesehen. Es wäre ja auch möglich, es so zu sehen, dass sich da zusätzlich eine unterbewusste Absicht manifestiert hat, die erst mal verstanden werden muss.
    Und natürlich sollte man sich überhaupt nicht über den Körper hinweg setzen. Im Gegenteil: Er zeigt etwas, das verstanden werden will. Er ist Teil der Intuition. Unterdrücken/Hybris wäre ja diese Dinge zu verleugnen. D. h. die unterbewusste Schwingung bleibt erhalten, und führt zu weiteren Manifestationen/Problemen.
    Der Körper ist Hinweisgeber für Themen. Und wenn das verstanden und transformiert ist, kann etwas Neues entstehen.
    ich selbst versuche gerade mich darin zu üben, die Zeichen des Körpers gut wahr- und ernst zu nehmen, und dann daraus einen Bewusstwerdungsprozess abzuleiten.
    Ist das in etwa eine Antwort auf deine „Knoten“?

    Viele Grüße Kerstin

    #2337
    Evelyn BEvelyn B
    Teilnehmer

    Hallo Louise und Kerstin , habe eure Zeilen gelesen und meine Gedanken und Erfahrungen dazudazu sind so, als Vergleich, jemand in einer Gruppe, Menschengruppe oder Tiergruppe kennt den Weg zur nächsten Ziel zum Futterplatz gut, weiss wo die gefährlichen Steine, tiefe Wasser,Mienen, Fallgruben, unnötigen „Baustellen“…etc…sind, dann ist es natürlich am einfachsten zu überleben diesem Wesen kurz oder lang zu Folgen. Aus dem Vertrauen heraus, nicht weil dieses Wesen „höher“ in der Hierarchie steht. Gefühlt ist Hierarchie“ für mich eine Überlebendsordnung aus dem Vertrauen heraus.gute Zeit und liebe Grüße von Evelyn

    #2359

    Liebe Louise,
    wenn wir alle Teil der Schöpfung sind oder auch Teil des großen Geistes, dann sind wir auch Schöpfer sowohl unserer Lebensumstände als auch unserer manifestierten Krankheiten. Wenn Du also auf Deinen Körper hörst, weil er Dir Deine Gedanken der Vergangenheit zeigt, sich mit Verletzungen zeigt, dann ist es natürlich gut, auf Deinen Körper zu hören und keinen Marathon zu laufen. Dennoch sind die körperlichen Verletzungen die Wirkung Deiner Gedanken und nicht die Ursache, warum Du am Marathon nicht teilnehmen kannst. Hier kannst Du die Hierarchie einhalten und suchen welche Gedanken oder welche Situation die Verletzung vielleicht sogar in Verbindung mit einem bevorstehenden Marathon kreiert hat. Wenn Dir bei diesem Gedanken die Demut fehlt dann würdest Du wieder Opfer Deiner Verletzung werden. Auch dann hast Du einer Hierarchie zugestimmt. Nur nicht der Hierarchie, die DICH verändern lässt. Du bist der Schöpfer, denn Du bist Teil der Schöpfung. Alles Liebe von Carola Klück (Lina)

    #2363
    LouiseLouise
    Teilnehmer

    Hallo Ihr Lieben, habt vielen Dank für Eure Gedanken und Einsichten. Ich kann mit allem etwas anfangen.

    Ich bleibe mal bei meinem Beispiel. Ich bekam Fußschmerzen vor vier Jahren, und seitdem sind diese mit leichten Schwankungen vorhanden. Ich war nicht bei einem Orthopäden deswegen, weil ich zu diesem Berufsstand kein Vertrauen habe. Ich habe Nahrungsergänzungsmittel eingenommen (Vitamin D, Calcium, Magnesium), das hat aber leider nicht geholfen. Ich habe ehrlich gesagt noch nicht ernsthaft versucht, über Seelenschreiben eine Lösung zu finden – meine Gedanken gingen bisher dahin: Fußschmerzen stehen vielleicht dafür, dass ich eine falsche Richtung im Leben eingeschlagen habe und diese ändern soll. Mein Hauptprojekt ist „bin im falschen Beruf“, also habe ich die Fußschmerzen damit in Verbindung gebracht und gehofft, dass sie verschwinden, wenn ich mich beruflich verändere, und da bin ich ja mit dem Kubystudium auf dem Weg.

    Nun bin ich diese Woche aber auf zwei unterschiedliche alternativmedizinische Heilungsansätze gelangt, die durchaus auf der materiellen Ebene wirken: einmal geht es darum, anders als gewohnt zu gehen und die Füße voreinander statt nebeneinander abzusetzen. Und dabei soll das Bein locker aus der Hüfte schwingen, das soll sämtliche Gelenke von den Füßen bis zur Hüfte natürlich belasten. Der gewohnte breitbeinige Gang führt physiologisch zu Verspannungen und folglich langfristig zu Schmerzen. Diese Erklärung fand ich spontan plausibel, und ich habe es ausprobiert: und die Schmerzen beim Gehen sind schon deutlich zurückgegangen, stattdessen habe ich produktiven Muskelkater in einige Fußmuskeln, die bisher weniger beschäftigt waren. Rein materielle Änderung, allerdings auch mit einem geänderten Bewusstsein verbunden: ich habe mich an die natürliche Bewegung angepasst, für die unser Körper vorgesehen ist (wenn diese Theorie denn stimmt), und das alte Muster verändert.

    Zweiter Ansatz: eine spezielle Massagetechnik, um verkrampfte Muskeln zu lockern und Nerven zu lösen. Habe ich auch ausprobiert, hat sofort zu Hitzegefühl und Kribbeln in den Füßen geführt und scheint auch geholfen zu haben. Hier soll ich außerdem noch deutlich größere und breitere Schuhe kaufen, damit die Zehen nicht mehr eingeklemmt sind und sich natürlich bewegen können. Das werde ich auch ausprobieren, denn mir fiel sofort ein, dass mir einige Zehen regelmäßig einschlafen, gerade beim Sport.

    Ich glaube sowieso, dass zurück zur Natur bei allen Problemen die allerbeste Lösung ist. Das entspricht aber nicht unbedingt meinem bewussten Willen. Ich mache also jetzt eine Bewusstseinsänderung hin zu einer natürlichen Problemlösung, die aber von meinem Körper so vorgegeben wird und nicht von meinem Verstand. Wenn hier eine Hierarchie zu erkennen ist, dann eher so, dass ich mich meinem Körper unterordne, der mir zeigt, was ich ihm gegenüber bisher falsch gemacht habe.

    Vielleicht war mein Denkfehler bisher, dass ich den Begriff Geist, den Clemens verwendet, mit dem Verstand gleichgesetzt habe. Wenn Geist eher die Seele meint, und die Seele sich über den Körper ausdrückt, wenn ich sie vernachlässige, dann habe ich den Knoten zumindest in meinem Beispiel jetzt gelöst: ich habe mich meinem Körper als Signalgeber der Seele untergeordnet, und dieser Weg scheint heilsam zu sein.

    LG
    Louise

    #2368
    EnergiegeladeneEnergiegeladene
    Teilnehmer

    Hallo Ihr Lieben!

    Ich wollte es wissen…:

    Hierarchie (Deutsch)
    Wortart: Substantiv, (weiblich)
    Silbentrennung:
    Hie|rar|chie, Mehrzahl: Hie|rar|chi|en
    Aussprache/Betonung:
    IPA: [hɪ̯eʀaʁˈçiː], auch: [hiʀaʁˈçiː], Mehrzahl: [hɪ̯eʀaʁˈçiːən], auch: [hiʀaʁˈçiːən]
    Wortbedeutung/Definition:
    1) System von Über- und Unterordnung
    Begriffsursprung:
    zu griechisch ἱεραρχία (hierarchia), der Bezeichnung für das Amt des höchsten Priesters
    Synonyme:
    1) Hackordnung, Rangfolge, Ranggliederung, Rangordnung, Stufenfolge, Stufengliederung, Stufenleiter, Stufenordnung

    https://www.wortbedeutung.info/Hierarchie/

    HERKUNFT ℹ
    griechisch hierarchía = Priesteramt, zu: hierós = heilig; gottgeweiht und árchein = der Erste sein, Führer sein

    https://www.duden.de/rechtschreibung/Hierarchie

    Daher kommt unser Unbehagen…, wobei das Wort hierós = heilig; gottgeweiht für mich positiv ist.

    Der Begriff Ursache wäre mir lieber, da er neutraler für mich daher kommt.

    Die Frage ist für mich, wenn Alles zeitgleich ist, da es weder Raum noch Zeit geben soll, kann demnach eine Hierarchie niemals geben.
    Ich las öfter von Menschen, die Nahtoderlebnisse hatten, daß der Gedanke sofort manifestiert ist.

    Manchmal gibt es Momente, wo ich mich geschützt und/oder geleitet fühle, von wem oder was auch immer, daher muß es neben mir, noch etwas sein, die mich leitet.

    Da fängt das Unwissen, das Vielleicht, Eventuell, das Spekulative an, und somit der Glaube an die Liebe, an die Melodie des Universums an…!

    Als Hilfsmittel, die Ursache zu finden von Unangenehmem, mit Hilfe der Kubymethode erachte ich dennoch als ein gutes zielführendes, bewährtes und erfolgreiches Hilfsmittel!

    Liebe Grüße

    Karin

    #2371

    Hallo, Ihr Lieben, sehr interessant, die Diskussion!

    Bei Hierarchie musste ich spontan an menschengemachte Hierarchien denken (eben diese patriarchalischen Strukturen um Unternehmen, Kirchen oder Gemeinden zu „ordnen“) und an das, was ich uber geistige Engelshierarchien gehört habe, die viel mehr Dimensionen umfassen, als wir momentan überhaupt denken können.

    Stellt Euch den Unterschied mal vor zwischen eindimensional/ linear und zweidimensional/ Fläche und dreidimensional/ Raum und der nächsten Stufe vierdimensional/ Raumzeit…

    Da fällt das Werten ganz weg und ich komme ins Staunen!
    Kennt sich jemand von Euch da noch genauer aus?

    Also nicht unbedingt in der Bezeichnung der Engelshierarchien, die habe ich auch zum Nachschlagen, jedoch in der Erweiterung der Dimensionen?

    Danke und liebe Grüße,
    Ina

    #2407
    MattseMattse
    Teilnehmer

    Hallo hallo, erstmal danke an Euch alle für die interessante(n) Diskussion(en), die mir zeigen, dass eine gewisse Unsicherheit über die Begrifflichkeit nicht nur in mir allein vorhanden ist.
    Da waren schon einige Ansätze dabei die sich das ganze für mich etwas besser erschließen lässt.

    Ich bin voll und ganz bei Clemens, dass eine klare und eindeutige Sprache wichtig ist, um gemeinsam (nicht nur in diesem Studium/Modul) vorwärts zu kommen.

    Meine Wahrnehmung in diesem Zusammenhang sind gerade 2 Dinge: zum einen die Bedeutung der Begriffe (z. B. Hierarchie) und der Zusammenhang in dem sie miteinander stehen (z. B. Hierarchie und Balance).

    Für mich sind die Begriffe Hierarchie und Balance keinesfalls gegensätzlich oder schließen einander aus.
    Hierarchie hat in unserer Gesellschaft meist einen negativen Beigeschmack, was wohl eher mit unseren Erfahrungen oder unserer Prägung zusammenhängt als mit der Bedeutung des Wortes („ein System von Elementen, die einander über- bzw. untergeordnet sind“ oder weiter zurück zum möglichen Ursprung des Wortes „die Sichtweise der rationalen Logik auf [raum/zeitliche] Erscheinungen“).
    Wir treffen in der Natur und in der Gesellschaft auf Hierarchien, die funktionieren und sinnvoll sind (Die Erbinformation im Samen bestimmt wie die Pflanze/der Baum aussieht – der Kapitän bestimmt wie und wo das Schiff hinfährt – der Dirigent gibt das Lied und den Takt vor welche vom Orchester gespielt werden).
    Was ist das Ergebnis wenn die Hierarchie (Unter- bzw. Überordnung) einghalten wird? – oder wenn sie missachtet wird?
    Für mich kommt dort Harmonie, Balance, Einklang heraus oder halt Disharmonie, Ungleichgewicht oder Chaos.
    Ich denke wir neigen dazu (so wie Clemens auch erklärt hat 91% Vorurteile bestätigen/9% Sinneswahrnehmung – oder waren es 93/7 w.a.i.) auch in diesem Fall zu bewerten anstelle die tatsächliche Bedeutung und den Zusammenhang zu erfassen und uns daraus ein wertfreies eigenes Bild zu machen.

    Ich habe mir die Frage gestellt, wem würde ich denn eher die Führung übergeben?
    Jemandem der seine Erfahrungen aus seinem Wissen (was zum größten Teil nur übernommen ist von irgw. Wissen-schaft-lern) in einem zeitlich begrenzten Leben schöpft oder jemandem der über die Erfahrung seines ewigen Lebens und der unendlichen Weisheit des Universums verfügt?

    Hier sind einige Worte in die Diskussion(en) eingeflossen die sich viel-leicht ebenfalls auf diesem Wege erschließen.
    Manchmal frage ich mich wer hat die Worte so gewählt und wie sind sie in einen Zusammenhang gerutscht?
    Ich denke z. B. an „Unterbewußtsein“. Für mich dürfte das Wort „Überbewußtsein“ heißen.

    Meine Wahrnehmung, meine Gedanken, meine Meinung.

    Hoffe das hilft uns weiter.

    Alles Liebe, viel Licht und Freude

    Mattse

    #8286
    Ines StierInes Stier
    Teilnehmer

    Meine Gedanken zum Begriff Hierarchie: Für mich ist Hierarchie ein (vertikales) Ordnungssystem: Jemand oder etwas steht über jemand oder etwas anderem und hat dann das Sagen, ist bestimmend.
    Wie vielen von uns fällt auch mir dazu ein, dass es in der Geschichte der Menschheit immer wieder Situationen gab, in denen der Bestimmende/Obenstehende seine Machtposition zu seinem eigenen Vorteil ausgenutzt und die Untergebenen ausgebeutet hat – bis diese evetuell irgendwann aufbegehrten und es zur Revolution oder zum Krieg kam. Daher der „negative Beigeschmack“ des Wortes Hierarchie. Wer will schon Ausbeutung und Krieg?
    Auch die andere Seite fällt mir ein: Ein Orchester braucht einen Dirigenten, um ein Konzert zu spielen. Ein Schiff braucht den Kapitän usw.

    Im Zuge meiner Überlegungen fiel mir ein, dass wir in unserem Kulturkreis und in unserer Zeit sehr stark vom Materialismus geprägt sind, und dass dieser Faktor mit unserer Schwierigkeit zusammenhängt, die Hierarchie des Geistes über die Materie anzuerkennen. Wir sind es gewohnt, dual zu denken. Alles Materielle kann gemessen, gewogen, verglichen und zueinander ins Verhältnis gesetzt werden. Wir tun dies ganz automatisch. Und wir bilden Gegensätze: groß und klein, dick und dünn, hoch und tief,… usw. In diesem Denksystem halten wir oft „die goldene Mitte“ für das Beste. Nicht zu dick und nicht zu dünn sein. Nicht zu groß und nicht zu klein sein usw.
    So gehen wir vielleicht ganz automatisch auch davon aus, dass Geist und Materie Gegensätze seien und dass auch hier die „goldene Mitte“ das Beste sei.
    Erst wenn wir uns bewußt machen, dass Geist nicht das Gegenteil von Materie ist, sondern der Geist die Materie formt, wird uns klar, dass es dann auch keine goldene Mitte zwischen Geist und Materie geben kann, sondern dass die Materie dem Geist untergeordnet ist. Der Geist steht über der Materie… als ganz natürliche Hierarchie, die nichts mit Ausbeutung und Krieg, sondern mit Liebe und Erschaffen zu tun hat.
    Es ist der Geist, der die Materie zum Leben erweckt. Ohne ihn ist die Materie totes Material. Mit ihm entstehen unvorstellbare Entwicklungspotentiale…
    Wie schön, dass es uns gibt 🙂
    Euch allen liebe Grüße,
    Ines

    #8345
    Maria GötzeMaria Götze
    Teilnehmer

    Liebe Ines,
    das hast du wirklich sehr schön ausgedrückt! Die natürliche Hierarchie!
    Eigentlich haben doch nur wir Menschen etwas Negatives daraus gemacht. In der Natur gibt es überall den Aspekt der Hierarchie, des Übergeordneten. Schaue man sich nur einen Baum an mit seinem Stamm und den daraus erwachsenen Äste und Verästelungen, den Wald, der darüber steht, das Gebiet, das Land, der Kontinent, die Erde, unser Sonnensystem und noch immer weiter ins Universum. Wenn man sich unser Sonnensystem anschaut ist es doch wieder wie ein Atom mit seinen Elektronen. Wie oben, so unten – wie außen, so innen.
    Auf den menschlichen Körper übertragen könnte es z. B. so heißen: ich sitze im Wohnzimmer und denke: du stehst jetzt auf und gehst in die Küche, um dir ein Glas Wasser zu holen. Also stehe ich auf und bewege mich in die Küche, um dies zu tun. -> Geist steht über der Materie.
    Wie schön, dass es uns gibt.
    Liebe Grüße
    Maria

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