Antwort auf: Hierarchie des Geistes über die Materie

By Ines Stier

#8286
Ines Stier
Teilnehmer

Meine Gedanken zum Begriff Hierarchie: Für mich ist Hierarchie ein (vertikales) Ordnungssystem: Jemand oder etwas steht über jemand oder etwas anderem und hat dann das Sagen, ist bestimmend.
Wie vielen von uns fällt auch mir dazu ein, dass es in der Geschichte der Menschheit immer wieder Situationen gab, in denen der Bestimmende/Obenstehende seine Machtposition zu seinem eigenen Vorteil ausgenutzt und die Untergebenen ausgebeutet hat – bis diese evetuell irgendwann aufbegehrten und es zur Revolution oder zum Krieg kam. Daher der „negative Beigeschmack“ des Wortes Hierarchie. Wer will schon Ausbeutung und Krieg?
Auch die andere Seite fällt mir ein: Ein Orchester braucht einen Dirigenten, um ein Konzert zu spielen. Ein Schiff braucht den Kapitän usw.

Im Zuge meiner Überlegungen fiel mir ein, dass wir in unserem Kulturkreis und in unserer Zeit sehr stark vom Materialismus geprägt sind, und dass dieser Faktor mit unserer Schwierigkeit zusammenhängt, die Hierarchie des Geistes über die Materie anzuerkennen. Wir sind es gewohnt, dual zu denken. Alles Materielle kann gemessen, gewogen, verglichen und zueinander ins Verhältnis gesetzt werden. Wir tun dies ganz automatisch. Und wir bilden Gegensätze: groß und klein, dick und dünn, hoch und tief,… usw. In diesem Denksystem halten wir oft „die goldene Mitte“ für das Beste. Nicht zu dick und nicht zu dünn sein. Nicht zu groß und nicht zu klein sein usw.
So gehen wir vielleicht ganz automatisch auch davon aus, dass Geist und Materie Gegensätze seien und dass auch hier die „goldene Mitte“ das Beste sei.
Erst wenn wir uns bewußt machen, dass Geist nicht das Gegenteil von Materie ist, sondern der Geist die Materie formt, wird uns klar, dass es dann auch keine goldene Mitte zwischen Geist und Materie geben kann, sondern dass die Materie dem Geist untergeordnet ist. Der Geist steht über der Materie… als ganz natürliche Hierarchie, die nichts mit Ausbeutung und Krieg, sondern mit Liebe und Erschaffen zu tun hat.
Es ist der Geist, der die Materie zum Leben erweckt. Ohne ihn ist die Materie totes Material. Mit ihm entstehen unvorstellbare Entwicklungspotentiale…
Wie schön, dass es uns gibt 🙂
Euch allen liebe Grüße,
Ines